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Märchenhafte Burg mit jahrhundertelanger Geschichte

Wenn man die Burg Eltz zwischen den dichten Baumkronen des Eltzer Waldes entdeckt, könnte man fast glauben, man sei in eine märchenhafte Traumwelt übergetreten: Mit seiner massiven Burgmauer, einem Halsgraben, mehreren unterschiedlich großen Gebäuden, zahlreichen Türmen mit Spitzdächern, Erkern und Fachwerkelementen erinnert das Bauwerk an ein mächtiges Märchenschloss. Dabei vereint die Burg, die in einem Moselseitental auf einem rund 70 Meter hohen Hügel in die Höhe ragt, gleich mehrere Bau- und Einrichtungsstile aus verschiedenen Jahrhunderten.

Dass die Burg Eltz mit einer derart prachtvollen Architektur glänzen kann, liegt in der Geschichte der nach ihr benannten Besitzerfamilie begründet. Bereits im Jahr 1268 ereignete sich hier Wegweisendes: Damals ging das Bauwerk in den Besitz der Brüder Elias, Wilhelm und Theoderich über, die mit ihren Frauen und Kindern auf dem Gelände lebten. Ihr Vater hatte ihnen die Burg, die vermutlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts erbaut und 1157 erstmals ur­kundlich erwähnt wurde, zu gleichen Teilen vererbt. Sie vollzogen eine Stammesteilung und gründeten die drei Familienzweige „Eltz vom goldenen Löwen“, „Eltz vom silbernen Löwen“ und „Eltz von den Büffelhörnern“. Diese erhielten außerdem die Namenszusätze Kempenich, Rübenach und Rodendorf, die sich von der Herkunft ihrer Frauen ableiteten. Das Bauwerk wurde so zu einer Ganerbenburg, in der die drei Familienstämme wie in einer WG zusammenlebten. Da das Areal nur wenig Wohnraum bot, war der Platz allerdings knapp. Um Spannungen zu vermeiden, starteten bald umfangreiche Baumaßnahmen, die mehrere Jahrhunderte andauern sollten. Für Elias vom goldenen Löwen wurde schon zu Lebzeiten des Vaters ein vierstöckiges Gebäude errichtet, das 1277 fertiggestellt werden konnte. Zwischen 1299 und 1312 ließ auch Theoderich von den Büffelhörnern einen vierstöckigen Wohnturm für seine Familie erbauen. Die Eltzer vom silbernen Löwen zogen 1312 mit dem Bau eines eigenen Hauses nach.

Belagerung während der Eltzer Fehde

In schweren Zeiten hielten die Familien aber zusammen. Dies wurde deutlich, als der Trierer Erzbischof und Kurfürst Balduin von Luxemburg um 1331 versuchte, ihre Besitztümer im Zuge seiner Expansionspolitik in sein Herrschaftsgebiet einzugliedern. Da die Eltzer aber nicht bereit waren, ihre Autonomie- und Rechtsansprüche aufzugeben, widersetzten sie sich und stemmten sich gemeinsam mit ihren Nachbarn von den Burgen Schöneck, Ehrenburg und Waldeck gegen Balduin. Die Auseinandersetzung, die als Eltzer Fehde in die Geschichte einging, gipfelte in einer mehrjährigen Belagerung der Burg. Da Balduins Bemühungen zunächst nicht zum Ziel führten, ließ er auf einem gegenüberliegenden Berghang die Gegenburg Trutzeltz errichten. Von dort aus wurden die Eltzer mit Katapulten immer wieder beschossen, bis sie 1333 aufgaben. 1335 schlossen sie schließlich einen Friedensvertrag mit Balduin. Letzterer überließ ihnen die Burg als trierisches Lehen, so dass die Familien weiterhin dort wohnen konnten. In den folgenden Jahrhunderten wurde Eltz weiter ausgebaut. Aufgrund mangelnden Platzes begannen die Bauherren schon bald, in die Höhe zu bauen und weitere Stockwerke auf die vorhandenen Gebäude zu setzen. Da jede Familie ganz eigene Vorstellungen realisierte, gleicht heute kein Haus dem anderen.

Tolle Wanderungen rund um Burg Eltz

Blick auf Burg Eltz

Ende des Ganerbentums

Nachdem der letzte Nachkomme des Familienzweiges Rodendorf 1789 verstarb, übernahm die Linie Kempenich dessen Anteil an der Burg. Letztere kaufte 1815 auch die Anteile der Rübenacher Eltzer. Damit endete auf der Burg das Ganerbentum. Zwischen 1845 und 1888 erfolgte eine umfassende Restaurierung der Stammburg, bei der Burgherr Karl großen Wert darauf legte, dass keine unnötigen baulichen Veränderungen durchgeführt wurden. Im Jahr 1920 machte ein Kaminbrand eine weitere Restaurierung notwendig. Heute ist die Burg nach wie vor in Familienbesitz – und zwar in der 34. Generation. Dass die Gebäude, die in verschiedenen Epochen entstanden sind und unterschiedliche Baustile miteinander vereinen, noch heute bewundert werden können, grenzt schon fast an ein kleines Wunder. Denn anders als viele andere Burgen ist Eltz nie in Kriegszeiten zerstört oder verwüstet worden.

„Heute ist die Burg nach wie vor in Familienbesitz – und zwar in der 34. Generation.“

Einrichtung aus neun Jahrhunderten

Doch nicht nur äußerlich ist die Burg, die von April bis Oktober besichtigt werden kann, ein Hingucker. Auch in den Gebäuden wartet Beeindruckendes: Zu sehen sind zum Beispiel Möbel aus neun Jahrhunderten, Wandmalereien aus dem Mittelalter und bedeutende Kunstwerke. Besucher können unter anderem ein mittelalterliches Schlafgemach mit Himmelbett und Kapellenerker, eine im 15. Jahrhundert entstandene Küche, ein Kaminzimmer mit RokokoEinrichtung sowie einen Fahnensaal mit gotischem Sternrippengewölbe bewundern. Da die Burg hervorragend erhalten ist, vermittelt sie noch heute ein ganz besonderes mittelalterliches Flair. Deshalb stellt der Besuch des Bauwerks ein Muss für all diejenigen dar, die gerne eine kleine Zeitreise unternehmen oder sich einfach mal wie im Märchen fühlen möchten.

Radfahrer vor der Burg Eltz

Burg Eltz

WIE KOMMT MAN HIN?

Es gibt zwei Parkplätze für die Burg Eltz. Von beiden läuft man noch etwa 15 Minuten bis zur Burg. Vom oberen Parkplatz aus gibt es auch einen Shuttle-Bus zur Burg. Wanderern sei der wunderschöne Traumpfad Eltzer Burgpanorama empfohlen, eine 12,6 km lange Rundwanderung, die für ca. 4-5 Stunden ausgelegt ist.

WAS GIBT ES ZU SEHEN?

In der Burg befindet sich eine Schatzkammer, in der Gold- und Silberschmiedekunst sowie Porzellan, Schmuck und Waffen aus neun Jahrhunderten bestaunt werden können.

WO SOLLTE MAN EINKEHREN?

In den beiden Burgschänken warten süße und herzhafte Snacks auf hungrige Besucher.

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