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Die MS Goethe im Jahr 1925

Eine Zeitreise

2016 feiert die KD ihren 190. Geburtstag
Gefühlt war sie schon immer da – und tatsächlich: Die Köln-Düsseldorfer kann 2016 ein für ein Unternehmen ungewöhnliches Jubiläum feiern: Stolze 190 Jahre fahren die Schiffe der Gesellschafft mittlerweile über den Rhein. Was sich in dieser Zeit nicht alles verändert hat. Ein guter Grund für einen Blick in die Vergangenheit.

Lediglich zwei Tage für die Strecke von Köln bis Mainz! Als mit der CONCORDIA das erste Dampfschiff 1827 den Linienverkehr zwischen den beiden Domstädten aufnahm, war diese Reisezeit eine wirkliche Sensation. Viele Menschen konnten noch kaum begreifen, welche Revolution sich da gerade vor ihren Augen abspielte. Schließlich war es erst elf Jahre her, dass überhaupt das erste Dampfschiff auf dem Rhein gesichtet worden war. Aus England kommend war es den Fluss bis Köln hinaufgestampft und hatte mit seinen dunklen Rauchwolken überall am Ufer ungläubiges Staunen ausgelöst.

Einer derjenigen, die früh begriffen, welche Möglichkeiten der Einsatz von Dampfmaschinen in der Schifffahrt eröffnen würde, war Peter Heinrich Merkens (1777-1854), Händler und Bankier aus Köln. Er und andere führende Mitglieder der Kölner Handelskammer wollten das Potential der noch jungen Technologie für ihre Heimatstadt erschließen und so der einst europaweit führenden Handelsmacht Köln zu neuem Einfluss verhelfen. Deshalb beschlossen sie die Gründung einer Kölner Dampfschifffahrtsgesellschaft. So erblickte mit der Genehmigung der Gesellschaftsstatuten durch die preußische Regierung im Juni 1826 die Preußisch-Rheinische Dampfschiffahrts-Gesellschaft offiziell das Licht der Welt.

„Was kann es Einladenderes geben, als auf die bequemste Weise einen der herrlichsten Teile Deutschlands gesehen zu haben?“
(Der Reisende Paul Heidelbach über seine Fahrt auf dem KD-Schiff Kronprinz von Preußen von Mannheim nach Köln im Jahr 1836)
Concordia, erstes Dampfschiff der KD im Linienverkehr zwischen Köln und Mainz 1827

Concordia, erstes Dampfschiff der KD im Linienverkehr zwischen Köln und Mainz 1827

© KD Deutsche Rheinschiffahrt AG

Erfolg und Konkurrenz

Heute gilt die KD, die aus der Kölner Gründung hervorging, als die älteste noch existierende Aktiengesellschaft der Welt – Beleg dafür, dass Merkens und seine Mitstreiter den richtigen Riecher hatten: der Dampfschifffahrt gehörte tatsächlich die Zukunft. So stellte sich auch bald wirtschaftlicher Erfolg ein, die Flotte wurde ausgebaut, ebenso das Streckennetz, und Passagier- und Frachtzahlen stiegen kontinuierlich. Das waren Entwicklungen, die auch einigen Herren in Düsseldorf nicht entgingen und sie schließlich veranlassten, dort 1836 mit der Dampfschiffahrtsgesellschaft für den Nieder- und Mittelrhein ein Konkurrenzunternehmen zu gründen. In den Folgejahren entbrannte auf dem Rhein ein harter Konkurrenzkampf zwischen den beiden Gesellschaften, der sich auch schon einmal in Wettfahrten Bahn brechen konnte, bei denen die Maschinen heiß liefen und der eine dem anderen Kapitän Teile der Aufbauten wegrasierte. 1853 kam man dann endlich zu der Einsicht, dass man gemeinsam schlagkräftiger sei und beschloss, zu kooperieren. So gab es von nun an einen gemeinsamen Fahrplan, der ganzjährig nahezu täglich Fahrten in allen Rheinabschnitten zwischen Straßburg und Rotterdam vorsah und zu je gleichen Teilen mit den Schiffen der Kölner und der Düsseldorfer Gesellschaft bestritten werden sollte. Als Kölner und Düsseldorfer Gesellschaft sich zusammentaten, verfügten sie gemeinsam über 27 Schiffe und rund 900.000 Passagiere jährlich, Tendenz steigend.

Historischer Fahrplantitel von 1913

Historischer Fahrplantitel von 1913

© KD Deutsche Rheinschiffahrt AG

Romantisch reisen

Doch war die Dampfschifffahrt der frühen Jahre bei weitem kein reines Passagiergeschäft. Sämtliche Schiffe, die bis 1867 in Dienst gestellt wurden, dienten gleichermaßen immer auch dem Warentransport. Allerdings wandelte sich die Dampfschifffahrt auf dem Rhein, so sehr sie auch als technische Revolution und damit einhergehender wirtschaftlicher Fortschritt gefeiert worden war, bereits ab den 1840er Jahren erheblich. Denn auf dem Landweg hatte ein anderes Transportmittel seinen unaufhaltsamen Siegeszug angetreten: die Eisenbahn. Mit dem Ausbau des Streckennetzes verlagerten sich Waren- und Passagierströme zunehmend auf die Schiene. Dass die Schifffahrtsgesellschaften diesen Wandel überstanden und aus ihm sogar gestärkt hervorgingen, verdanken sie wohl nicht zuletzt der Schönheit des Rheintals und der Empfänglichkeit von Dichtern und Denkern für diese. Schon Ende des 18. Jahrhunderts entdeckten diese die schroffen Hänge und verfallenen Burgen für sich und wurden nicht müde, sie zu malen, zu besingen und zu beschreiben. Die Rheinromantik war geboren und mit ihr die Anfänge dessen, was man heute Tourismus nennt. Menschen aus aller Herren Länder, allen voran junge, meist wohlhabende Engländer, strömten an den Rhein, um sich an seinen Schönheiten zu erfreuen – und das am liebsten bei einer ausgedehnten Fahrt mit dem Dampfschiff. So wandelten sich die Schiffe der KD allmählich von eher pragmatischen Transportmitteln zu teils luxuriösen Ausflugsbooten mit edel ausgestatteten Salons.

Hochzeit und Niedergang

Mit der Reichsgründung 1871 fielen die letzten innerdeutschen Zollschranken und Grenzen, das Reisen wurde einfacher, die Wirtschaft boomte. Immer mehr Menschen konnten es sich leisten, zu reisen und taten dies auch, zum Beispiel auf dem Rhein. Die KD ließ nun Schiffe bauen, die bis zu 1.600 oder gar 1.900 Passagiere fassten, 1913 beförderte sie auf den 32 Schiffen der Flotte insgesamt rund zwei Millionen Menschen. Doch mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges fand diese Blüte des Rheintourismus ein jähes Ende: Kaum jemand reiste noch, große Teile der Besatzungen wurden einberufen, Treibstoff und Ersatzteile waren nur noch schwer zu beschaffen. Und auch das Kriegsende brachte zunächst keinen Umschwung, da der Rhein noch lange politischer Zankapfel blieb und die Wirtschaft sich nur schleppend von Krieg und Reparationen erholte. Ab 1925 gab es dann eine kurze Zeit der Erholung, in der auch neue Schiffe in Dienst gestellt wurden, unter anderem 1927 die ersten von Dieselmotoren angetriebenen. Doch mit der Weltwirtschaftskrise ab 1929 endete diese kurze Blüte, und Schiffsneubauten gab es dann erst wieder nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In dessen Verlauf verlor die KD fast ihre gesamte Flotte, lediglich ein Schiff war 1945 noch einsatzfähig.

Werbeplakat der KD aus den 50iger Jahren

Werbeplakat der KD aus den 50iger Jahren

© KD Deutsche Rheinschiffahrt AG

Wiederaufbau und Gegenwart

1946 sind es dann zwei, und die nehmen am 19. Mai den Ausflugsverkehr zwischen Köln und dem Siebengebirge wieder auf. Dass die Menschen inmitten all der Zerstörung, die der Krieg hinterlassen hatte, ausgehungert waren nach Schönheit und Zerstreuung, zeigt sich deutlich in den Passagierzahlen der KD: 1951 waren es mit zwei Millionen wieder so viele wie zu ihren Glanzzeiten vor dem Ersten Weltkrieg. Der Rhein mit seinen Metropolen Düsseldorf und Köln, den Hängen des Siebengebirges und den Burgen zwischen Koblenz und Rüdesheim hat – bis heute – nichts von seiner Anziehungskraft verloren, und so ziehen die Schiffe der Weißen Flotte auch im Zeitalter von Weltraumtourismus, globaler Vernetzung und Riesenkreuzfahrtschiffen gemächlich ihre Bahnen zwischen Düsseldorf und Mainz. Aus der ganzen Welt kommen heute Menschen an Bord der KD-Schiffe, um wie die Rheinreisenden des frühen 19. Jahrhunderts entspannt die Schönheit von Landschaft und Architektur zu beiden Seiten des Stroms in sich aufzunehmen. „Entschleunigung“ lautet heute das Zauberwort – die Faszination ist auch nach 190 Jahren ungebrochen. Und modernste Eventschiffe wie MS RheinEnergie oder MS RheinFantasie machen die KD gleichzeitig zum größten Veranstalter von Events auf dem Rhein.

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