Wichtige Informationen zu den Dampfschiffen gab es einst per Zeitungsanzeige
Gesellschaften in Köln und Düsseldorf warben heftig um Fahrgäste und Gütertransporte

Zeichnung auf einer An
sichtskarte, 17. August 1921
Informationen rund um die KölnDüsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt GmbH gibt es zum Beispiel auf der Homepage www.k-d.com des Unternehmens. Ganz nah am Geschehen an Bord sind alle, die der KD inden sozialen Medien folgen. Für die individuelle Reiseplanung ist der gedruckte Fahrplan hilfreich. Interessante Hintergrundberichte bietet die „RheinZeit“, das Lifestyle Magazin der KD. Die kostenfreie Zeitschrift liegt für die Gäste auf den KD Schiffen und an den KD Agenturen aus. Ergänzend gibt es in unregelmäßigen Abständen Sonderveröffentlichungen und Anzeigen in diversen Tages- und Wochenzeitungen im ganzen Fahrgebiet der KD.
Zeitungen als wichtige Medien
Diese mediale Vielfalt gab es in den Anfangsjahren der Dampfschiffahrt an Rhein, Main und Mosel nicht. Die beiden Vorgängergesellschaften der Köln-Düsseldorfer, die PreußischRheinische Dampfschiffahrt-Gesellschaft, gegründet 1826 in Köln, und die Dampfschiffahrts-Gesellschaft für den Nieder- und Mittelrhein, gegründet 1836 in Düsseldorf, waren gleichwohl darauf bedacht, ihre Angebote rasch und möglichst umfassend öffentlich bekannt zu machen. Dazu gaben sie regelmäßig Anzeigen in den seinerzeit auflagenstärksten beziehungsweise bedeutendsten Zeitungen auf. Das war vor allem in Köln die „Kölnische Zeitung“, gegründet am 19. Juli 1798. Sie erschien bis zum 8. April 1945 im Verlag M. DuMont Schauberg. Sie zählte im 19. und 20. Jahrhundert zu den führenden überregionalen deutschen Tageszeitungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die „Kölnische Zeitung“, wie alle Zeitungen, die während der Zeit des Nationalsozialismus publiziert hatten, verboten. 1949 gab der Verlag den Kölner Stadt-Anzeiger (KStA) als Nachfolgezeitung heraus. Seit 1962 führt der KStA den Untertitel „Kölnische Zeitung“ auf der Titelseite.
“Innere Räume werden erwärmt”
Ein Blick in die Ausgabe der „Kölnischen Zeitung“ vom 25. August 1827 zeigt, wie gut die Preußisch-Rheinische DampfschiffahrtGesellschaft bereits im ersten Jahr nach der Gründung am 11. Juni 1826 aufgestellt war. In der „Announce“ heißt es unter anderem: „Die preußisch-rheinischen Dampfschiffe fahren während der Monate September und Oktober viermal wöchentlich von Köln nach Mainz und zurück.“ – „Die Preise der Plätze für Passagiere, Wagen und Pferde sind unverändert geblieben.“ – „Bei kalter Witterung werden die inneren Räume erwärmt.“ Wir erfahren auch, dass Schiffsreisen damals etwas für Frühaufsteher waren. Die Abfahrtzeiten waren je nach Ziel um 5 Uhr beziehungsweise um 6 Uhr morgens. Das Stöbern in alten Zeitungen ist unter anderem möglich über das Zeitungsportal „zeit. punktNRW“. Das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt digitalisiert Lokalzeitungen aus NRW im Zeitraum von 1802 bis 1945. So können wichtige historische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge digital erforscht werden. Auch für die Zeit bevor die Kölner ihr eigenes Kapitel in der Dampfschiffahrt aufschlugen und fortschrieben.
Niederländer mit einem “Bureau” in Köln
Am 15. Juli 1825 verkündete die Rotterdamer Dampfschiffahrts-Gesellschaft in der „Kölnischen Zeitung“ via „Announce“, dass sie „die Ehre hat, anzuzeigen, daß ihr ExpeditionsBureau in Köln an der Rheinbrücke täglich morgens von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr abends offen ist, um alle Aufklärungen rücksichtlich der Aufnahme der Reisenden und des Versands der Güter zu ertheilen.“ Ferner „wird sich die Gesellschaft nicht ungeneigt finden, ganze Ladungen flußabwärts schleppen zu lassen. Auf diese Weise kann eine solche Ladung in einem Tage nach Lobith gebracht werden.“ Moment mal, Lobith? Da war doch was. Genau: Auf einer Werft in dem Ort Lobith in der niederländischen Provinz Gelderland wurden die KD Eventschiffe MS RheinFantasie, MS RheinMagie (vormals RheinEnergie) und MS RheinGalaxie konstruiert und gebaut.

„Neuen Rheinische Zeitung“
vom 19. Mai 1849, aus
Protest in roter Farbe


vom 1. Juni 1848
Karl Marx und Friedrich Engels als Autoren
Nicht ganz so auflagenstark wie einst die „Kölnische Zeitung“ war die „Rheinische Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe“, gegründet am 1. Januar 1842. Sie erschien nur bis zum 31. März 1843, nachdem die preußischen Behörden sie verboten hatte. Zu den bedeutendsten Autoren gehörten Karl Marx und Friedrich Engels. Marx startete in den Jahren 1848 und 1849 mit der Herausgabe der „Neuen Rheinischen Zeitung“ einen publizistischen Neuanfang in Köln. Der Untertitel lautete „Organ der Demokratie“. Auch Friedrich Engels steuerte wieder Artikel bei. An die „Neue Rheinische Zeitung“ erinnert eine Tafel an einem Haus Heumarkt 65 in Köln. Dort befand sich einst die Redaktion der Zeitung, die Straße hieß damals „Unter Hutmacher 17“. Es war eine kleine Gasse, die zur Fleischhalle im Heumarkt führte. Die komplette Häuserzeile wurde Anfang 1900 abgerissen

Politik, Handel und Gewerbe
vom 6. November 1842

„Humboldt“. Nach einer
Originalzeichnung von
C. Kolb, 1867

der KD, ca. 1965

dampfer. Zeichnung von
B. Vautier, ca. 1875